Mediation

Die Wirtschaftsmediation ist ein strukturiertes und kostengünstiges Verfahren zur Konfliktlösung bei allen Streitigkeiten in Unternehmen. Hierzu zählen Konflikte bei der Unternehmensnachfolge, in der Führungsebene, zwischen und innerhalb von Abteilungen, in Kunden-Lieferantenbeziehungen und angrenzenden Unternehmensbereichen.

Das Ziel der Mediation ist die einvernehmliche, außergerichtliche Lösung eines Konfliktes – möglichst durch den wechselseitigen Austausch über die Konflikthintergründe und mit einer verbindlichen, in die Zukunft weisenden Vereinbarung der Teilnehmer. Im Unterschied zu einem Gerichtsverfahren sollen im Rahmen einer Mediation beide Konfliktparteien gewinnen – angestrebt wird ein Win / Win Ergebnis.

 

Die Prinzipien der Mediation sind:

Allparteilichkeit

Als Mediatorin stehe ich „in der Mitte“ zwischen den Konfliktpartnern und vertrete keine der Konfliktpartner gegen den anderen.

Vertraulichkeit

Meine Medianten und ich verpflichten uns schriftlich zur Verschwiegenheit.

Eigenverantwortung und Autonomie

Die Konfliktparteien nehmen im Mediationsverfahren ihre Interessen und Bedürfnisse selbstwahr und vertreten sie angemessen.

Freiwilligkeit

Die Konfliktpartner beginnen das Verfahren freiwillig und können es in jeder Lage des Verfahrens wieder beenden.

 

Fallbeispiel zu Mediation im Bereich Erben und Vererben

Otto P. stirbt mit 88 Jahren und hinterlässt ein altes renovierungsbedürftiges Fachwerkhaus. Seine vier Kinder erben das Haus zu gleichen Teilen. Sie haben unterschiedliche Vorstellungen davon, was mit dem Haus geschehen soll. Der älteste Sohn möchte das Haus in der Familie behalten und renovieren. Zwei Geschwister möchten kein Geld in das Haus stecken und plädieren für einen Verkauf. Eine Schwester möchte das Haus vermieten. Nach einiger Zeit sind die Geschwister so zerstritten, dass kein Gespräch mehr möglich scheint. Das  Haus verfällt zunehmend. Nach einigen Jahren enschließt sich die Erbengemeinschaft, eine Mediation durchzuführen.

In den Sitzungen wird klar, welche Nöte und Interessen die jeweiligen Geschwister haben und welche Rolle die Interessen der angeheirateten Ehepartner spielen. Alle Beteiligten bedauern aber, dass das Haus verfällt. Nach mehreren, sehr intensiven Sitzungen, in denen auch alte Konflikte -z.T. aus der Kindheit- geklärt werden können, einigen sich die Geschwister darauf, dass der älteste Bruder das Haus übernehmen und renovieren soll. Er muss dafür den anderen Erben eine, dem momentanen Auszahlungswert entsprechende, monatliche Summe zahlen, bis das Haus in seinen Besitz übergeht.